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ANAPEC und Deutschland: Wie die öffentliche Vermittlung in die Ausbildung wirklich läuft

Die ANAPEC arbeitet tatsächlich mit der ZAV und der GIZ zusammen, aber über punktuelle Ausschreibungen: kostenlos, sehr selektiv und an Kriterien gebunden, die jede Ausschreibung selbst setzt, auch beim Alter. Das schließt die Ausbildung nicht aus: § 16a AufenthG kennt keine Altersgrenze, und die Direktbewerbung steht ganzjährig offen.

Was die ANAPEC mit Deutschland wirklich macht

Die ANAPEC ist die staatliche marokkanische Arbeitsagentur, und ihre Leistungen sind kostenlos: Die Rubrik zur internationalen Vermittlung auf anapec.ma ist der offizielle Einstieg zu Auslandsangeboten. Ansprechpartner auf deutscher Seite ist keine private Agentur, sondern die ZAV, die Auslandsvermittlung der Bundesagentur für Arbeit.

Zwei öffentliche Programme verbinden Marokko mit Deutschland. THAMM Plus, von der Europäischen Union mitfinanziert und von der GIZ mit der ZAV für Ägypten, Marokko und Tunesien umgesetzt, nennt Mechatronik, Elektro, Metall und Bau. MAzubi, von der ZAV mit der marokkanischen Arbeitsverwaltung getragen, zielt allein auf Metallberufe.

Die Rollenverteilung ist einfach: Die ANAPEC meldet die Bewerber an, nimmt die Unterlagen entgegen und trifft die Vorauswahl in Marokko, die ZAV arbeitet mit den deutschen Betrieben, und die GIZ begleitet in den THAMM-Plus-Projekten die sprachliche und kulturelle Vorbereitung. Die deutsche Botschaft in Rabat und TLScontact kommen erst im letzten Schritt ins Spiel, beim Visum.

Der Kanal lebt weiter: Eine von THAMM Plus unterstützte Ausschreibung erschien am 7. August 2026, und ihre Frist läuft bis zum 4. September 2026. Über die nächste sagt das nichts: Es gibt keinen Kalender, keine Quote, kein Datum für die nächste Runde.

Wie eine Ausschreibung konkret aussieht

Ein Beispiel, als Form und nicht als Gelegenheit zu lesen: Im August 2026 bot eine Ausschreibung 30 Ausbildungsplätze in Bäckerei und Verkauf an, für eine vergütete dreijährige Ausbildung mit Start im September 2027, mit sprachlicher und kultureller Vollzeitvorbereitung ab November 2026. Zum Zeitpunkt unserer Veröffentlichung ist diese Ausschreibung noch offen: Die Frist läuft bis zum 4. September 2026. Prüfe das Datum im Text der ANAPEC, nicht auf einer Seite, die ihn kopiert.

Zwei beobachtete Ausschreibungen, Gastronomie 2025 und Bäckerei 2026, teilen denselben Sockel: bei der ANAPEC gemeldet und arbeitsuchend sein, Abitur oder ein gleichwertiger Abschluss — in der Gastronomie-Ausschreibung 2025 wurde ein Technikerdiplom akzeptiert, in der Bäckerei-Ausschreibung war ein naturwissenschaftlicher Zweig erwünscht; ein bloßes Abitur-Niveau ohne Abschluss genügt nicht —, sechs Monate Erfahrung oder eine Ausbildung im Beruf, und die Abgabe der vollständigen Unterlagen in der nächsten ANAPEC-Agentur, am Schalter und nie per E-Mail an eine deutsche Adresse. Die Gastronomie-Ausschreibung 2025 verlangte zusätzlich eine fiche anthropométrique ohne besonderen Vermerk, also einen Strafregisterauszug: Halte diese Liste nie für vollständig, maßgeblich ist allein die Liste im Ausschreibungstext.

Alles Übrige wechselt, allen voran das Deutsch: A2 mit Einstufungstest bei der Bäckerei 2026, ein von der Botschaft anerkanntes B1-Zertifikat bei der Gastronomie 2025. Ein Deutschniveau der ANAPEC gibt es nicht, nur das Niveau der jeweiligen Ausschreibung, und es steht in deren Text.

Das Alter: woher die 18 bis 25 Jahre wirklich kommen

Die Bäckerei-Ausschreibung verlangte 18 bis 25 Jahre zum 31. Dezember 2026, die Gastronomie-Ausschreibung von 2025 dasselbe zum 1. August 2025. Das ist ein Auswahlkriterium des Programms und seines Geldgebers, wie die Platzzahl oder die Frist. Eine Voraussetzung für den Aufenthalt ist es nicht.

§ 16a AufenthG, der Aufenthaltstitel für die Berufsausbildung, enthält keinerlei Altersgrenze: Seine vier Absätze verlangen die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit nach § 39 oder deren Entbehrlichkeit, dazu einen Nachweis der Deutschkenntnisse, wenn die Ausbildung sie nicht selbst prüft. Das Alter kommt im Text nirgends vor.

Die einzige Altersgrenze des deutschen Rechts liegt hier bei 35 Jahren, in § 17 Abs. 1 Nr. 1 AufenthG, und sie gilt für den Titel zur Suche nach einem Ausbildungsplatz, höchstens neun Monate — und dieser Titel hat eigene, kumulative Voraussetzungen: einen Abschluss, der zum Hochschulzugang berechtigt, ausreichende Deutschkenntnisse und einen gesicherten Lebensunterhalt, bei einer Arbeitserlaubnis von höchstens 20 Stunden pro Woche. Viele Blogs schreiben 25 Jahre: Im Gesetz stehen 35. Wer über der Grenze einer Ausschreibung liegt, ist nur aus dieser Ausschreibung raus, nicht aus der Ausbildung.

Was das Programm dem deutschen Betrieb abverlangt

In THAMM Plus verpflichtet sich der Betrieb schriftlich: mindestens 1.048 € brutto im Monat, von der Bundesagentur für Arbeit als Voraussetzung der Lebensunterhaltssicherung genannt — Wert 2026, jährlich überprüft —, eine angemessene Unterkunft, die Visumunterlagen samt Verfahrenskosten, Flug und Weiterreise zum Arbeitsort, dazu ein empfohlener B2-Kurs zu Beginn.

MAzubi wiederholte diesen Sockel, so wie die ZAV ihn auf ihren heute offline gegangenen Seiten beschrieb: mindestens 1.048 € brutto, Unterkunft, eine feste Ansprechperson im Betrieb, Zugang zur Berufsschule und die Übernahme der tatsächlich anfallenden Kosten, etwa für das beschleunigte Verfahren oder die Reise. Dieselbe Schwelle schreibt sich auch 822 € netto: zwei Schreibweisen einer Schwelle für die betriebliche Ausbildung, nicht zwei Beträge. Die 1.048 € brutto entsprechen der Lebensunterhaltsschwelle 2026 der Bundesagentur für Arbeit; lass dir die Zusagen des Programms von der ANAPEC bestätigen, bevor du damit rechnest.

Verallgemeinere das nicht: Die Übernahme ist vertraglich und gilt nur in diesen Programmen. In einer gewöhnlichen Bewerbung leitet der deutsche Betrieb das beschleunigte Verfahren nach § 81a ein — der Bewerber kann es nicht selbst auslösen —, doch dessen 411 € trägt grundsätzlich der Bewerber, sofern keine schriftliche Kostenübernahmeerklärung vorliegt; der Termin wird danach in der Regel innerhalb von drei Wochen nach der Vorabzustimmung vergeben. Das Visum D kostet 75 € und wird in Rabat zwingend über TLScontact eingereicht. Das gesetzliche Minimum im ersten Ausbildungsjahr liegt 2026 bei 724 € brutto im Monat (682 € im Jahr 2025) und ist nicht mit der Lebensunterhaltsschwelle des Visums zu verwechseln: Die in einer Ausschreibung genannte Vergütung ist weder dieses gesetzliche Minimum noch die Schwelle für das Visum, das sind drei verschiedene Zahlen.

Die abgedeckten Berufe und die große Lücke

MAzubi zielt auf Metallberufe: Industriemechaniker, Konstruktionsmechaniker, Zerspanungsmechaniker, Fachkraft für Metalltechnik, Maschinen- und Anlagenführer sowie die Kunststofftechnik. Ausschreibungen in Hotellerie, Gastronomie oder Bäckerei tauchen punktuell am Rand dieses technischen Kerns auf.

MAzubi verlangt eine erste berufliche Qualifikation oder Abitur mit einschlägiger Praxiserfahrung und gute Deutschkenntnisse, mindestens B1, im Herkunftsland erworben. THAMM Plus beschreibt eine gemeinsame Auswahl von GIZ, Bundesagentur für Arbeit und lokalen Arbeitsverwaltungen nach anspruchsvollen Kriterien und finanziert einen Intensivkurs mit Ziel B1 vor der Ausreise.

Die große Lücke ist die Pflege. Keine eingesehene offizielle Quelle belegt einen Weg der ANAPEC oder der ZAV in Pflegeberufe für Marokko, das in den Partnerländern der Gesundheitsprogramme der Bundesagentur für Arbeit nicht auftaucht. Ein Verbot ist das nicht, belegt ist aber nichts dergleichen: Für ein Pflegeprofil ist die Direktbewerbung der gangbare Weg, und jedes Versprechen einer öffentlichen Pflege-Ausschreibung sollte dich misstrauisch machen.

Die Direktbewerbung: der zweite Weg, ganzjährig offen

Die Direktbewerbung kennt keine Ausschreibung, keine Frist, keine Altersgrenze und keine Quote. Du schreibst selbst an Betriebe, mit Unterlagen nach deutschem Standard: Lebenslauf, zugeschnittenes Anschreiben, übersetzte Zeugnisse. Anspruchsvoller bei der Qualität, deutlich flexibler im Kalender — die Ausbildung hat aber ihre Saison: Die meisten Ausbildungsjahre beginnen im August oder September, und die Betriebe wählen meist sechs bis zwölf Monate vorher aus.

Beim Visum ändern sich die Regeln nicht nach Weg: B1 ist das gesetzliche Minimum, das Zertifikat muss von einer Stelle der geschlossenen Liste stammen, also Goethe-Institut, telc, ÖSD, TestDaF ab B2 oder ECL, und darf bei der Einreichung nicht älter als zwölf Monate sein. Eine Bescheinigung einer privaten Sprachschule zählt nicht, auch wenn die Schule seriös ist: Angenommen wird bei der Abgabe nur ein Zertifikat aus dieser Liste. Diese Verwaltungsregeln ändern sich: Prüfe die am Tag der Einreichung gültige Checkliste.

Das Goethe-Institut hat in Marokko nur zwei Standorte, Casablanca und Rabat: Die Wartelisten für Kurse und Prüfungstermine sind lang, plane mehrere Monate Vorlauf ein. Rechne mit rund 3.000 MAD je Kursstufe und 2.500 MAD für die B1-Prüfung. Plane ebenso beglaubigte Übersetzungen und die klassische Legalisation ein, denn Marokko ist dem Haager Übereinkommen beigetreten, Deutschland hat aber Einspruch erhoben: Die Apostille entfaltet zwischen beiden Ländern keine Wirkung.

Auf beiden Seiten kostenlos: dein bester Schutz vor Betrug

Die Bundesagentur für Arbeit schreibt, dass ihre Dienstleistung immer kostenlos ist, auch für Arbeitgeber, und die Leistungen der ANAPEC sind es ebenfalls: Die Bäckerei-Ausschreibung wies eigens darauf hin, dass dieses Ausbildungsangebot kostenfrei ist. Niemand sollte dir den Zugang zu einer öffentlichen Ausschreibung berechnen, die keinem Vermittler gehört.

Die ANAPEC hat selbst öffentlich vor Betrugsmaschen gewarnt, die ihr Erscheinungsbild nutzten, um im Ausland gefälschte Verträge zu verkaufen. Solche Ausschreibungen kursieren vor allem über marokkanische Anzeigenseiten: nützlich zum Entdecken, nie zum Feststellen der Kriterien. Kopien veralten, Fristen laufen ab, Deutschniveaus geraten durcheinander. Geh immer zurück zum Text der ANAPEC.

Prüfe auch die deutschen Links: Die Adressen der Bundesagentur für Arbeit ändern sich, und die beiden alten MAzubi-Seiten laufen ins Leere, obwohl sie weiterhin oben in den Suchergebnissen stehen — merke dir den Programmnamen statt des Links. Und die Kostenfreiheit der öffentlichen Vermittlung macht die Ausreise nicht kostenlos: Sprachkurs, Übersetzungen, Legalisation und Visum bleiben deine Ausgaben.

  • Eine Zahlung für den Zugang zu einem ANAPEC-Angebot, das öffentlich und kostenlos ist
  • Ein zugesagter Vertrag gegen Vorkasse, obwohl kein Vermittler anstelle eines Betriebs entscheidet
  • Ein Kriterium, das genannt wird, ohne dass dir der Ausschreibungstext gezeigt wird
  • Eine angeblich gesetzliche Altersgrenze von 25 Jahren, die § 16a AufenthG nicht kennt

Zum Merken

Zahlen geprüft am 20.08.2026

  • § 16a AufenthG, der den Aufenthalt zur Berufsausbildung regelt, kennt keine Altersgrenze: Die 18 bis 25 Jahre in einer ANAPEC-Ausschreibung sind ein Kriterium dieses Programms, keine deutsche Regel.
  • Die einzige Altersangabe des deutschen Rechts sind hier 35 Jahre in § 17 Abs. 1 Nr. 1 AufenthG, und sie gilt für den Titel zur neunmonatigen Suche nach einem Ausbildungsplatz, nicht für die unterschriebene Ausbildung.
  • In THAMM Plus und MAzubi verpflichtet sich der deutsche Betrieb zu mindestens 1.048 € brutto im Monat, also 822 € netto, zwei Schreibweisen derselben Lebensunterhaltsschwelle für das Visum, Wert 2026: eine Programmpflicht, keine allgemeine Regel.
  • Außerhalb der öffentlichen Programme leitet der Betrieb das beschleunigte Verfahren nach § 81a ein, dessen 411 € aber der Bewerber trägt, sofern keine schriftliche Kostenübernahmeerklärung vorliegt, und das Visum D kostet 75 €, eingereicht in Rabat über TLScontact.
  • Die Leistungen der ANAPEC und der Bundesagentur für Arbeit sind kostenlos: Geld kosten der Deutschkurs, am Goethe-Institut rund 3.000 MAD je Stufe, sowie Übersetzungen und Legalisation.

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Häufige Fragen

Ich bin 27 und die ANAPEC-Ausschreibung endet bei 25: bin ich raus?

Aus dieser Ausschreibung ja, aus der Ausbildung nein. Die Grenze von 18 bis 25 Jahren ist ein Kriterium des Programms, gesetzt vom Programm und nicht von Deutschland: § 16a AufenthG kennt keine Altersgrenze. Die einzige Altersangabe im Gesetz, 35 Jahre in § 17, gilt einem anderen Titel, dem zur Suche nach einem Ausbildungsplatz. Mit 27 steht dir die Direktbewerbung vollständig offen.

Kann ich meine Unterlagen direkt an die ZAV oder die GIZ schicken?

Die Seiten von MAzubi und THAMM Plus richten sich an deutsche Arbeitgeber, sie sind mit Informationen für Arbeitgeber überschrieben und bieten Betrieben Bewerbervorschläge an. Keine eingesehene Quelle verbietet ausdrücklich, der ZAV zu schreiben, doch der dokumentierte Einstieg für marokkanische Bewerber bleibt die ANAPEC, die eine vollständige Abgabe in der Agentur verlangt.

Ist derzeit eine ANAPEC-Ausschreibung nach Deutschland offen?

Zum Zeitpunkt unserer Veröffentlichung ja: Die am 7. August 2026 eröffnete Bäckerei-Ausschreibung nimmt Unterlagen bis zum 4. September 2026 an. Danach ist kein Rhythmus veröffentlicht — verlässlich ist allein die Rubrik zur internationalen Vermittlung der ANAPEC und dann die Frist im Text der Ausschreibung selbst, nie auf einer Seite, die ihn kopiert.

Zahlt der deutsche Betrieb mein Visum?

In MAzubi und THAMM Plus verpflichtet er sich vertraglich dazu: Unterlagen, Verfahrenskosten, Flug und tatsächlich anfallende Kosten. Außerhalb dieser Programme nicht: Der Betrieb leitet das beschleunigte Verfahren nach § 81a ein, dessen 411 € trägt aber der Bewerber, und das Visum D kostet 75 €.

Ich will in die Pflege: gibt es dafür eine ANAPEC-Ausschreibung?

Dokumentiert ist keine. Der marokkanische Zuschnitt der öffentlichen Vermittlung ist technisch und industriell, von Metall über Mechatronik bis Bau, und Marokko taucht in den Partnerländern der Gesundheitsprogramme der Bundesagentur für Arbeit nicht auf. Für ein Pflegeprofil ist die Direktbewerbung der gangbare Weg, wobei Schulen und Arbeitgeber in der Pflege fast immer B2 verlangen, während das Visum nur B1 fordert.

Offizielle Quellen

Die Zahlen dieser Seite stammen aus diesen Quellen. Prüfe sie selbst – es ist deine Bewerbung.

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